Atemberaubend oder selbstmörderisch?


Einen klirrend kalten, eisigen guten Abend in eure hoffentlich warmen Stuben!

Am letzten Februarabend zeigt das Thermometer kalte -13,8 Grad - immerhin! Gestern früh froren meine Ohren bei stattlichen -18 Grad.

Aber trotz der Kälte ist es wunderschön draußen, jedenfalls hier in Isfjorden. Es ist windstill, der Himmel strahlend blau und für einige Stunden kommt die Sonne schon über die Berggipfel geklettert. Am Abend taucht sie die Spitzen in rotes Licht, während der Mond schon seinen großen Auftritt vorbereitet.

In Åndalsnes jedoch, also nur 7 km von Isfjorden entfernt, fegt der berüchtigte Raumawind skjelle durch das Romsdal. Er treibt den eigentlich fest gefahrenen Schnee auf den Straßen fast waagerecht vor sich her und lässt die tatsächliche Temperatur von -8 Grad wie frostige -30 wirken. Das Romsdal wirkt dabei wie ein Windkanal und bündelt den starken Ostwind zu eisigen Böen. Gggrrrr... bin ich froh, dass ich nicht mehr im Romsdal wohne wie vor 9 Jahren!

Aber eigentlich wollte ich euch etwas ganz anderes erzählen. Brandaktuell und nervenaufreibend.

Einige von euch kennen die Trollwand, die höchste Steilwand Europas, die sich gleich bei mir um die Ecke im Romsdal befindet. Ein Mekka für Kletterer und verbotenerweise auch für Fallschirmspringer. Vom Tal bis zur höchsten Zinne misst sie ganze 1800 Meter.

Im Winter gibt es auch schon mal ganz Verrückte, die an der verschneiten und völlig vereisten Wand hochklettern - das ist nichts neues und nicht mehr spektakulär.

Aber nun hat der Spanier Kilian Jornet das selbst bei den Extrem-Skifahrern bisher unmöglich geglaubte in die Tat umgesetzt:

Auf Skiern die Trollwand hinunter! Und das auf einer der steilsten Routen, der Fiva-Route. Im nachfolgendem Bild ist sie eingezeichnet:

Kilian brauchte ganze zwei Jahre, um die für ihn "logischste" Route einzuschätzen, Wetter-, Wind- und Schneeverhältnisse zu studieren. Vergangene Woche erkletterte er den unteren Teil der Felswand, um sich ein genaueres Bild zu machen. Bei sich hatte er mehrere Eisäxte, 2 x 40 Meter Seil und andere Kletterausstattung. Danach entschied er sich, den Versuch zu wagen.

Dieses Foto machte Kilian wenige Minuten vor seiner Abfahrt.

"Die obersten 200 m sind das steilste, was ich je in meinem Leben gefahren bin", sagte Kilian der norwegischen Presse. 1600 m lang war die Abfahrt, mit einer durchschnittlichen Neigung von 50-60%!

(Die Trollstigen mit ihren 10% Gefälle kommen einem ja dagegen wie Kinkerlitzchen vor!)

Zweimal musste er sich mithilfe von Tauen einige Meter abseilen.

Schaut euch auch das Video an, welches in der online-Ausgabe der Åndalsneser Zeitung veröffentlicht wurde.

http://www.andalsnes-avis.no/nyheter/2018/02/26/Her-er-Kilians-ferd-ned-Fiva-ruta-16167944.ece

Und, was sagt ihr dazu?? Also wenn überhaupt, fahre ich auf Skiern nur gerade aus und rutsche auch den kleinsten Hügel auf dem Hintern runter.... :-)

Ich wünsche euch einen kuschligen Mittwoch-Abend!!

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