Frostige Grüße

... aus dem Norden sende ich euch in die hoffentlich warmen Stuben!

Über fehlendes Winterwetter können wir uns derzeit wirklich nicht beklagen. Mitte Januar hat es einige Tage lang so richtig dolle geschneit; in kürzester Zeit lag fast ein Meter Schnee. Nichts unnormales für Mittelnorwegen (wir liegen immerhin auf dem gleichen Breitengrad wie Grönland!).

Doch seit knapp 2 Wochen ist es trocken - und eisig kalt. Die Temperaturen bewegen sich oft im zweistelligen Minusbereich; erst heute gab es wiedermal die ersten Plusgrade. Und das ist einfach wunderbar, denn die Natur zaubert wunderschöne Bilder in die Landschaft.

Es wird Ski gefahren und gerodelt was das Zeug hält; Isfjordens Eislaufbahn ist Anlaufpunkt für Jung und Alt. Hach...wenn ich zurückdenke.... Was sind wir Schlittschuh gefahren in meiner Kindheit! In Grünhain auf dem Ententeich oder den Lippert-Teichen. Und wir konnten das richtig gut! (Wusstet ihr, dass ich fast die zweite Katharina Witt geworden wäre? Nicht? Hm.) Die Väter haben die Teiche von Schnee beräumt und getestet, und wir durften dann stundenlang unsere Runden drehen, während sie sich einen Grog aus der Thermosflasche gegönnt haben. Ach ja... wo ist diese schöne Zeit nur geblieben?

Die Strassen hier in Isfjorden haben eine feste Schneedecke, kein blanker Asphalt, kein Salz, kein Matsch. Im Notfall werden ein paar Steine gestreut, wenn es zu glatt werden sollte. Nicht selten höre ich das Klingeln von vorbeifahrenden Pferdeschlitten oder treffe ältere Leutchen, die mit ihrem "Rennwolf" -die Erzgebirger kennen das, ein Schlitten auf dem man sitzen und stehen kann- , mit dem sie Einkaufen fahren.

Sämtliche Fenster an meinem Haus tragen Gardinen aus Eiszapfen - ich bringe es nicht übers Herz, sie abzuschlagen. Nur über den Türen natürlich, weil ich so ein tödliches Geschoss, welches immerhin bis zu knapp 1 Meter lang ist, nicht im Genick haben möchte...

Auch mein Wolfskin liebt den Schnee über alles. Lange Touren mag er nicht gehen; er flitzt lieber vor dem Haus oder maximal im angrenzenden Wald (ein ganz lieber Mensch hat dort ein Bahn gefräst) umher. Und wie! Er schlägt Haken und schmeisst sich in den Schnee, springt vor lauter Übermut und wartet darauf, dass ich ihn versuche einzufangen, oder er versteckt sich hinter hohen Schneewänden, um dann wie der Blitz hervorgeschossen zu kommen.

In letzter Zeit hat er es sich sogar angewöhnt, laut bellend über den Hof zu düsen - einfach vor Freude und um allen zu zeigen, dass es ihn gibt. Wolfskin ist immer mit dabei, wenn ich draussen irgendetwas mache - ohne Leine. Schnee schippen oder Müll rausbringen, Flaschen sortieren oder was auch immer. Er bleibt immer in der Nähe, geht niemals vom Grundstück. Verhält sich lieb und still, wenn Leute oder auch andere Hunde vorbeikommen. Er beobachtet nur von einem sicheren Plätzchen aus.

Es ist so schön und herzerwärmend, meinen Schatz so ausgelassen und glücklich zu sehen.

Anfang Januar, als meine Eltern noch zu Besuch waren, haben wir mit ihnen und Kai, May Britt und Elina ein tolles Fotoshooting gemacht. Guckt mal, nur ganz kurz..