Alltagsgeplänkel


Herrje.. im letzten Blogeintrag habe ich noch Barfuß-Bade-Bilder gepostet.... nun habe ich schon meine Winterreifen auf dem Auto. Ja, ich schäme mich ein bisschen, weil ich so ein Schreibfauli geworden bin.

Mittlerweile ist der August und auch der September ins Land gegangen. Es gibt nicht so sehr viel hochspektakuläres zu berichten... Oder vielleicht doch 2 Dinge.

Erstens ist die neue und damit 3. Auflage meines Buches in Druck gegangen und auch schon geliefert worden.

Auf meine Druckerei in Tschechien ist echt Verlass - und ich bin total zufrieden mit dem Service und der Qualität. Oder sind einem von euch beim Lesen schon mal lose Seiten entgegengekommen? Bestimmt nicht...

Da ich aber mittlerweile mehr Exemplare hier in Norwegen verkaufe (in den Shops auf den Trollstigen oder auf Kreuzfahrtschiffen), brauche ich ja die Bücher hier bei mir - und nicht (nur) im Erzgebirge. Da aber durch die horrenden Zollbestimmungen eine Lieferung mit einer Spedition den Wert der Bücher fast überschritten hätte, hat sich mein liebr Paps kurzerhand entschlossen, einen Großteil der neugedruckten Auflage mit dem Auto zu mir zu bringen. Also kurzerhand das Auto meines Bruders ausgeliehen (danke auch dir dafür, Andre!), seinen Kumpel Rolf als Copilot angeheuert und schon gings im September für eine kurze Woche nach Norwegen. So ein lieber, verrückter Kerl, mein Papilein! <3

Leider spielte das Wetter überhaupt nicht mit - von den 6 Tagen bei mir hat es an fünfen dauergeregnet. Noch dazu habe ich meinen Vati mit meiner Grippe angesteckt, die ich seit über 3 Wochen mit mir umhergeschleppt hatte. Ich stand mit wahnsinnigen Halsschmerzen und Schnupfen sogar 4 Tage lang auf dem Messestand in Lilleström (Norwegens größte Caravanmesse), hab mich mit Halsbonbons und frischem Ingwer-Zitrone-Honig-Tee zugedröhnt und meinem Körper vorgegaukelt, dass alles in Ordnung ist (kommt dir der Ausdruck bekannt vor, Gabi??? :-) ) Meine Chefs wollten mich schon heim schicken, aber da kennen die ein echtes Ossimädel schlecht! Als würde ich mich von einer lächerlichen Grippe ausnocken lassen... Männer. Hihi.

Sie haben es mir gedankt, und ich durfte wieder das komplette Leergut des Messestandes (immerhin fast 200€!) für mein Hundeheim in Rumänien einsacken.

Aber zurück zu Vatis Besuch. Während er mit Rolf bei mir war, musste ich nochmal für 2 Tag zu einer anderen Messe - zu einem unserer Händler ganz hoch in den Norden Norwegens, nach Bardufoss. Es gibt von dort nichts weltbewegendes zu berichten, aber der Ausblick aus dem Flugzeug auf dem Rückweg in Richtung Molde war höchst spektakulär. Ich habe so mein herrliches Romsdal noch nie gesehen, und auch Isfjorden konnte ich deutlich erkennen! Schaut mal, ist das nicht schön?

Als ich wieder nach Hause kam, hatten wir noch einen schön-Wetter-Sonntag zur Verfügung, und an diesem habe ich mit Kumpel Rolf einen tollen Ausflug zum Geiranger gemacht. Damit er wenigstens noch ein bisschen was von seinem Norwegenurlaub hatte, ausser Bücher schleppen und dem Regen zugucken. Auch hier sind wieder schöne Bilder entstanden. (Das Essen auf dem Bild war ein "kleines" Lachs-Sandwich für 18 €)

Na ja, und dieser Tagesausflug zum Geiranger und zurück über meine geliebten Trollstigen war auch die "Henkersfahrt" für meinen kleinen Löwen, meinen Peugeot 208. Drei Jahre hat er mich treu begleitet, und ich hätte ihn ja auch niemals verkauft, wäre nicht so ein schöner, großer, schlanker, brauner, ein bisschen beschädigter junger Mann dazwischengekommen.... Ich hatte im letzten Post davon berichtet.

Wir haben den 308er Peugeot als Wrack preiswert von der Versicherung ersteigert, und mein Sohnemann hat viele Wochenende investiert, um ihn für sein Muttl wieder herzurichten. Er ist ausgebildeter Karosserieklempner, Kfz-Mechaniker und Lackierer - also der richtige Mann für dieses Projekt. Na ohne ihn wäre ich ja nicht mal auf die Idee gekommen, mir solch ein Auto zuzulegen. Aber seine schlagenden Argumente wie: in den riesigen Kofferraum passt Wolfskin schön rein, oder auch Elinas Wagen, und ein ordentlicher Kindersitz, damit die Omi mal mit ihrer Nudel so richtig einen Ausflug machen kann.... dagegen konnte mein kleiner weißer Flitzer dann doch nicht mehr mithalten. Er hat dann die letzte Wäsche bekommen und dann hab ich ihn verkauft. Ich meine zwar, dass Autos keine Seele haben, und sie bedeuten mir jetzt auch nicht die Welt, aber ein bissl komisch war mir schon, als er dann mit seiner neuen Inhaberin davongebraust ist... (sie wohnt in Andalsnes, und ich seh mein Ex-Baby öfter vor dem Supermarkt parken :-)

Rechtzeitig zu meinem Geburtstag stand mein Neuer auf dem Hof - geschniegelt und auf Hochglanz poliert. Mein Kind hat ganze Arbeit geleistet!

Der ehemalige Besitzer, ein Bauer, welcher sein Auto selbst schrottreif hinterlassen hat (sein eigener Traktor ist losgerollt und reingefahren), wollte wohl im Auto selbst für seine Tiere einen artgerechten Saustall bauen - denn genau so sah es innendrin aus! Ich habe noch nie so ein schmutziges und versüfftes Innenleben gesehen. Von angelutschten Karamellbonbons in den Seitenfächern der Türen bis zu schönen grünen Brötchen unter den Sitzen war alles dabei. Ganz zu schweigen vom Kofferraum, dessen Verkleidung aussah, als hätte er Kühe oder irgendetwas mit Millionen kurzen schwarz-weissen Haaren dort eingepfercht. Zum Glück gibt es in Andalsnes einen total flinken Litauer, der sich auf das Reinigen von Autos spezialisiert hat. Und der Mann ist sowas von genial! Schaut euch mal mein Auto an - vorher und nachher: