Aus tiefster Seele

Hallo ihr Lieben! Na, den Sonnenbrand schon eingecremt? Bei euch sollen es ja an die 30 Grad gewesen sein am Wochenende - pfui! Wer will denn sowas im April! :-)

Hier war es durchwachsen, am Freitag hat es geregnet. Aber ansonsten war das Wochenende genau richtig zum drinnen und draußen arbeiten - immer im Wechsel.

Na, und wenn ich sage Arbeiten, dann meine ich auch arbeiten... an allen Ecken und Enden.

Im Garten habe ich komplett die Beetvorbereitungen geschafft - die großen geerbten Häufen unserer Pferde konnte ich einem guten Zweck zuführen. Radieschen, Salat, Kräuter und auch eine der Zucchinipflanzen (ich muss erst mal schauen, ob sie nachts die noch etwas kühleren Temperaturen überlebt) sind eingesetzt bzw -gesät.

Falls ihr euch fragt, wie es meinen Kartoffeln im Super-Duper-Kartoffeltopf geht - ihnen ging es gar nicht gut und ich habe sie den ewigen Jagdgründen übergeben müssen. Totgegossen. Ich hab neue reingesesetzt.

Dann gibts natürlich noch mehr als genug im Haus zu tun, vorzugsweise in der Ferienwohnung, alias Keller. Am Freitag hat ein lieber Bekannter, seines Zeichens Klempner, schon Waschmaschine und Anschlüsse umdeponiert, sodass der vollkommenen Verwandlung der beiden Abstell- und Waschräume zum Bad nichts mehr im Wege stehen sollte. Ein absoluter Profi. Sogar einen neuen Hauptabstellhahn habe ich jetzt. Cool.

Apropos Profi. Das meiste versuche ich natürlich im Anflug jugendlichen Leichtsinns wie immer selbst zu machen.

Und da wären wir beim heutigen Thema des Posts: Aus tiefster Seele. Aus eben dieser liebe ich meine Familie, allen voran momentan natürlich meine kleine Maus Elina (sorry alle anderen, ihr könnt nicht so niedlich glucksen und in Babysprache erzählen wie sie.)

Auch aus tiefstem Herzen heraus liebe ich meinen Wolfskin. Im April vor 2 Jahren lief er weg von uns und war 4 Tage verschwunden. Ich glaube, das waren die schlimmsten Tage meines Lebens. Wer mag, kann die ganze Geschichte HIER nachlesen. Heute ist er mein Schatten; seit Sunka weg ist, ist seine Anhänglichkeit noch viel ausgeprägter geworden. Er liegt draußen in der Einfahrt oder vor der Tür, vorm Stall mit guten Ausblick auf alles, was so vor sich geht oder auf der Wiese neben meinen Beeten.

Gegen Abend gehen wir jetzt oft die wenigen Meter auf die Wiese über unserem Haus. Dort genießen wir miteinander die Aussicht und lassen die Seele baumeln. Wunderschön.

Und dann gibt es die dunkle Seite der Seele. Eine dieser Abgründe habe ich heute am eigenen Leib zu spüren bekommen. Aus tiefstem Herzen hasse ich das Malern einer Zimmerdecke. Einer sehr hohen Zimmerdecke. Nämlich die des Wohnzimmers in der Ferienwohnung. Leute, wenn ihr jemals dieses Zimmer betreten solltet und ihr euren Blick nach oben richtet, dann legt eine Trauerminute für mich ein, ja?

Alles begann damit, dass ich gestern Abend den Raum wunderbar mit Abdeckfolie ausgelegt habe. Vor allem das Sofa darf natürlich nix abbekommen.

Rolle und Pinsel und langen Teleskopstab und Farbe und Treppenleiter - alles da. Da ich weiß, was für ein Kleckerli ich bin, habe ich mich auch noch in so ein Ganzkörperschutzanzugs-Kondom gehüllt. Mit Kapuze. Hatte beim ersten Mal bücken schon einen Riss im Hinterteil (aber bis dahin sollte eigentlich keine Farbe kommen).

Hochmotiviert und mit Gute-Laune-Musik aus dem Handy machte ich mich ans Werk. Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich zwar ein passionierter und nicht ganz schlechter Wandmaler bin, aber eine Zimmerdecke gehörte bisher noch nicht zu meinen Opfern.

Habt ihr gewusst, dass die ausgelegte Folie nach kurzer Zeit überall ist, nur nicht dort, wo man sie hingelegt hat? Sie windet sich leise raschelnd um deine Füße (wenn man Glück hat fliegt man auch drüber) und hat die dumme Angewohnheit, sofort Löcher zu bekommen, wenn man sie zurechtziehen will. Genau in dieses Loch tropft natürlich die Farbe vom Pinsel, klar doch.

Wusstet ihr auch, dass man beim Deckenmalern ständig die Augen oben hat? Und dabei schon mal rückwärts geht? Ihr solltet beachten, den Farbeimer außerhalb sämtlicher möglicher Wege zu platzieren, an denen ihr eventuell vorbeikommen könntet. Glaubt mir, es ist besser.

Könnt ihr euch vorstellen, dass man mit so einer langen Stange in der Hand und der Rolle vorndran gar kein richtiges Gefühl für sein Werkzeug hat? Ich weiß es! Deshalb geht das Malern am Besten, wenn man genau unter der zu bearbeitenden Stelle steht. Da kann man genug Druck ausüben und geht mit ein wenig Glück nicht hundertmal über die gleiche Stelle. Allerdings solltet ihr darauf achten, den Mund geschlossen zu halten. Farbe schmeckt nicht wirklich doll. Sommersprossen find ich auch total niedlich, aber weiß...? Ein Hoch auf die Kapuze meines Kondoms.

Noch einen Tipp gebe ich euch, falls ihr demnächst eure Zimmerdecke farblich verändert: Sollte doch mal ein Farbtropfen die Rolle verlassen und auf den Boden fallen (einer? hunderte...) - wischt ihn am besten gleich weg. Ihr bekommt nämlich nicht immer mit, wenn ihr in den Klecks reintretet und ihn dann in zum Himmel schreienden Mustern auf dem Boden verteilt (auf dem von der schützende Folie natürlich weit und breit nichts mehr vorhanden ist). Ich habe während meines wagemutigen Unterfangens (welches ich zugegebenermaßen völlig unterschätzt habe) keine Bilder gemacht. Wäre peinlich gewesen. Aber die Decke sieht jedenfalls besser aus als vorher, denk ich mal. Ich muss ihr irgendwann noch einen zweiten Anstrich verpassen, aber damit warte ich lieber, bis mein Bluterguß und die Blasen an den Händen wieder weg sind und Platz für neue ist.

Also, ihr Lieben, zum Dank fürs Mitlesen und Bemitleiden zeige ich euch noch ein paar Fotos aus der Wohnung.

Baustelle wohin ihr schaut, aber das wird. Schaut mal, euer Eingang sieht doch schon gar nicht so schlecht aus:

Aber für heute bin ich kaputt gespielt. Zwar mit dem befriedigendem Gefühl, viel geschafft zu haben und der Erkenntniss, dass man nie auslernt, aber trotzdem ganz schön k.o. Sämtliche Muskeln schreien nach dem Sofa, und die wenigen Stunden Erholung bis zum Arbeitsbeginn gedenke ich mit Nichtstun zu verbringen.

Habt einen richtig schönen Sonntagabend und ruscht entspannt in die neue Woche!

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