Durchhalten!


Hallo ihr Lieben!

Nun habt ihr wirklich eine kleine Ewigkeit nichts mehr von mir gehört. Aber ich melde mich wenigstens mal kurz bei euch damit ihr wisst, dass alles in Ordnung ist. Dies ist ja momentan keine Selbstverständlichkeit.

Eigentlich kann ich das böse C-Wort gar nicht mehr hören, und dennoch bestimmt es unseren Alltag mehr als alles jemals dagewesene: Corona. Ich mag auch überhaupt nicht darauf eingehen; es gibt genügend Expertenratschläge und Weissagungen und Wahrscheinlichkeitsrechnungen dazu.

Bei mir sind Gott sei Dank alle gesund und munter; wir alle halten uns an gewisse Regeln, sind vorsichtig und handeln mit gesundem Menschenverstand. Mehr kann man nicht tun.

Momentan ist alles ganz schön düster aus; hier in Norwegen hat man relativ früh strikte Maßnahmen eingeleitet. Schulen und Kindergärten wurden schon in der vergangenen Woche geschlossen, jegliches öffentliche Leben ist zum Erliegen gekommen. Nur noch die lebensnotwendigen Geschäfte haben geöffnet. Die wirtschaftliche Lage ist so ernst und prikär, dass es in fast allen Bereichen zu Massenentlassungen und Beurlaubungen gekommen ist und auch noch weiterhin kommen wird.

Der norwegische Staat schnürt ein Krisenpaket nach dem anderen und wir hoffen, dass wir damit die Krise überstehen, um dann danach wie Phönix aus der Asche wieder aufzuerstehen.

Auch die Branche, in der ich arbeite, hat es hart getroffen. Durch die strikten Reiseverbote (man darf nicht mal von einem Bundesland ins andere) und die extrem geschwächte Kaufkraft und die Zurückhaltung potentieller Kunden ist auch die Caravanbranche vorläufig komplett zum Erliegen gekommen. Ich bin bis auf weiteres zu 50% permittiert (beurlaubt), bis sich eine Änderung der Lage abzeichnet.

Im Krisenpaket der norwegischen Regierung befindet sich u.a. die Zusage an alle entlassenen / beurlaubten Arbeitnehmer, dass die ersten 4 Wochen der volle Lohn gezahlt wird, danach die üblichen 62% "Tagesgeld". Man wird sehen....

Ich sehe ein, dass wahrscheinlich nur rigorose Maßnahmen der Verbreitung des Virus entgegen wirken können. Allerdings gibt es wegen der völligen Isolation des Landes auch keinerlei Reiseaktivitäten mehr. Ich musste schon mehreren meiner Ferienwohnung-Gäste absagen... schweren Herzens, aber es nützt ja nichts.

Ich möchte an dieser Stelle auch gleich nochmal sagen, dass alle, die meine Fewo gebucht haben und aufgrund der Reisebeschränkungen nicht anreisen können und dürfen, den Aufenthalt kostenlos stornieren können. Bereits geleistete Anzahlungen erstatte ich zurück. Aber ich möchte mit den Stornierungen warten, bis es wirklich ganz eindeutig ist, dass eine Anreise nicht möglich ist.

Aber es gibt auch immer etwas Positives in all dem Negativen: Überall da, wo es viel weniger menschliche Aktivität gibt, erholt sich die Natur in erstaunlichem Tempo. Delphine kommen an Orte zurück, wo sie seit Ewigkeiten nicht mehr leben konnten. Die Luft ist sauber, die Erde atmet sichtbar aus... Menschen helfen einander. Man hat die Möglichkeit, sich auf Wichtiges zu besinnen und innezuhalten. Vielleicht haben wir einfach mal einen Schuss vor den Bug gebraucht? Um zu sehen, was in aller Welt wir mit eben dieser und uns eigentlich anstellen?

Ich wage nicht zu hoffen, dass wir aus dieser schlimmen Situation lernen, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Ich werde die unfreiwillig gewonnene Freizeit nutzen, um endlich einige Projekte weiter voranzutreiben oder zu beginnen, für die ich sonst nie Zeit hatte. Es gibt jede Menge Arbeit im und ums Haus, gerade jetzt, wenn der Frühling naht. Und der kommt mit großen Schritten. Es gibt immer etwas Positives im Negativen.

Die nächsten Monate werden nicht einfach, für niemanden von uns. Aber wir werden das schon schaffen. All meine Lieben sind gesund und munter, und dafür bin ich dankbar und hoffe, dass es auch so bleibt.

Es geht mir gut; auch weil ich jemanden an meiner Seite weiß, der mein Leben mit unheimlich viel Liebe und Freude bereichert. Und wer jetzt an meine Zwiebel Elina denkt, hat natürlich auch recht, aber gerade eben meine ich einen Vertreter des männlichen Geschlechts ;-)

Ich wollte schon als Kind einen Seemann haben... :-) :-)

Bald kommt der Frühling und der Sommer. Und bald ist auch wieder Licht am Ende des Tunnels. Es geht immer irgendwie weiter, und es liegt an uns, wie steinig der Weg dorthin ist. Macht es euch zu Hause gemütlich; in diesen Zeiten dürfen Telefon und Computer heiß laufen. Beisst die Zähne zusammen und helft einander.

Passt auf euch auf und bleibt bitte gesund. Ich melde mich wieder!

Eure Heike.

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